Elementor vs. Bricks vs. Gutenberg 2025
Einleitung – Warum der Page-Builder-Vergleich 2025 entscheidend ist
2025 ist ein Wendepunkt für WordPress-Seitenerstellung. Mit Full Site Editing (FSE) in stabiler Reife, performanteren Themes und steigenden Anforderungen an Accessibility und SEO stellt sich für Agenturen und Freelancer erneut die Frage: Welcher Page-Builder ist heute wirklich zukunftsfähig? Elementor, Bricks oder Gutenberg? In diesem Artikel analysieren wir die drei Tools im Detail – praxisnah, analytisch und mit Blick nach vorn.
Marktübersicht und Entwicklung: Die aktuellen Trends bei Page-Buildern
Warum überhaupt noch Page-Builder? Relevanz im Zeitalter von FSE und Performance-Fokus
Seit der Einführung von FSE mit WordPress 5.9 wurde der Markt für Page-Builder kräftig durchgeschüttelt. Themes wie Blocksy oder GeneratePress unterstützen den nativen Theme-Baukasten, und viele Entwickler setzen auf Performance-first-Ansätze. Trotzdem bleiben Page-Builder relevant – aus mehreren Gründen:
- Visuelles Arbeiten: Designer und Kunden schätzen Drag-and-Drop.
- Schnelligkeit bei Prototypen: Rapid Prototyping ist mit Page-Buildern oft effizienter.
- Funktionsumfang: Komplexe Layouts, Conditional Logic, Loops – all das lässt sich mit FSE nur bedingt abbilden.
- Best Practices und Ökosysteme: Etablierte Builder bieten fertige Pattern-Systeme und stabile Add-ons.
Page-Builder adressieren somit auch 2025 spezifische Use Cases, die FSE (noch) nicht vollständig abdeckt.
Klassifizierung: Drag-and-Drop, Low-Code, Native Builder – Wer gehört wohin?
Die drei Kandidaten lassen sich wie folgt einordnen:
- Elementor: Klassischer Drag-and-Drop-Builder mit großem Low-Code-Anspruch.
- Bricks: Hybrid aus Low-Code und Entwickler-Tool – mit starker Code-Integration.
- Gutenberg/FSE: Native Lösung in WordPress Core, zunehmend visuell, aber (noch) technisch geprägt.
Diese Klassifizierung hilft dabei, die jeweiligen Stärken gezielt einzusetzen – abhängig von Team-Kompetenzen und Projektzielen.
Elementor – Der Platzhirsch mit Ökosystem
Performance 2025: Wie schlägt sich Elementor bei Ladezeit, CLS, LCP & Co.? Neue Features im Vergleich zu 2023/24
Elementor hat in den letzten Jahren deutliche Fortschritte bei der Performance gemacht. Mit Version 3.20 wurden u.a. folgende Features eingeführt:
- Flexbox Container: Ersetzt Sections & Columns und reduziert DOM-Größe.
- Asset Lazy Loading: Nur benötigte Skripte und Styles werden geladen.
- Experimente-Panel: Entwickler können neue Verbesserungen gezielt aktivieren.
Im Core Web Vitals Vergleich (LCP, CLS, TBT) liegt Elementor jedoch trotz Optimierungen häufig hinter Bricks und Gutenberg. Vor allem bei komplexen Seitenstrukturen und vielen Add-ons steigt die Ladezeit rasch an.
Workflow-Optimierung und UI/UX: Stärken und Schwächen für Teams und Freelancer
Elementor punktet beim Onboarding: Die Benutzeroberfläche ist intuitiv, das Inline-Editing effizient. Besonders für Freelancer ist der Einstieg einfach. Für Agenturen bietet Elementor u.a.:
- Global Styles & Site Settings
- Template Kits & Theme Builder
- Rollen und Berechtigungen über Pro-Version
Nachteile zeigen sich bei komplexeren Projekten: Der visuelle Editor kann bei vielen verschachtelten Containern unübersichtlich werden. Zudem fehlt eine native Unterstützung für Git-basierte Workflows.
Erweiterbarkeit über Add-ons – Chance oder Abhängigkeit?
Das Elementor-Ökosystem ist riesig – aber nicht ohne Schattenseiten. Positiv:
- Tausende Add-ons erweitern Funktionen wie dynamische Inhalte, Slider, Formulare usw.
- Viele Nischenlösungen für E-Commerce, Memberships, Multilingual usw.
Doch die Abhängigkeit von Drittanbietern birgt Risiken:
- Kompatibilitätsprobleme bei Updates
- Performanceeinbußen durch „Heavy Add-ons“
- Lizenzkosten können schnell eskalieren
Agenturen sollten Add-ons daher gezielt evaluieren und auf etablierte Anbieter wie Crocoblock, PowerPack oder Essential Addons setzen.
Preis-Leistung und Lizenzmodell im Agentur-Alltag
Elementor Pro bietet verschiedene Lizenzen:
- 1 Site: ca. 59 USD/Jahr
- 25 Sites: ca. 199 USD/Jahr
- 1000 Sites: ca. 399 USD/Jahr
Für Agenturen ist das 25er-Paket am interessantesten. Die Preisstruktur ist fair, aber die Add-on-Kosten kommen oft obendrauf. Im Vergleich zu Bricks (Lifetime) ist Elementor über mehrere Jahre gerechnet teurer. Dafür gibt es stabile Releases, Support und eine GUI, die Kunden schätzen.
Bricks – Der Newcomer auf dem Weg zum Profi-Tool
Technischer Unterbau: Warum Bricks als ‚Entwickler-Tool‘ gilt – Custom-Code, Conditions, Loops
Bricks richtet sich klar an technisch versierte Nutzer. Die Highlights:
- PHP-ähnliche Ausdrucke im UI: Bedingungen, Schleifen, dynamische Inhalte
- Custom-Code-Blöcke: HTML, CSS, JS direkt im Builder
- ACF, MetaBox, CPT UI: Tiefe Integration in Custom Fields & Post Types
Für Entwickler, die zugleich visuell arbeiten wollen, bietet Bricks fast das Beste aus beiden Welten. Die Template-Logik ist logisch aufgebaut, das Debugging transparent. Ein klarer Vorteil gegenüber den eher geschlossenen Systemen von Elementor.
Performance im Realbetrieb: TTFB, Core Web Vitals und Caching – Fakten statt Versprechen
Bricks liefert Top-Werte in Benchmarks:
- Time To First Byte (TTFB): häufig unter 100ms
- Largest Contentful Paint (LCP): unter 1,5s bei optimiertem Hosting
- CLS & TBT: nahezu null durch saubere HTML-Struktur
Ein Grund: Bricks erzeugt sehr schlanken Code ohne unnötige Wrapper oder Scripts. Auch ohne zusätzliche Caching-Plugins performt Bricks sehr gut – insbesondere im Vergleich zu Elementor.
UI, Usability und Learning Curve: Wie zugänglich ist Bricks für Teams?
Die Benutzeroberfläche von Bricks ist modern, aber techniknah:
- Custom Properties statt Klick-Bedienung
- Kein klassisches Drag & Drop – eher „Struktur-First“
- Starke Keyboard-Navigation möglich
Für Entwickler ist das ein Vorteil – für Designer oder Kunden eher abschreckend. Teams sollten daher von Anfang an Schulungen einplanen und interne Templates bereitstellen. Hat man sich eingearbeitet, geht der Workflow jedoch sehr effizient von der Hand.
Community, Ökosystem und Update-Pace: Fluch oder Segen für langfristige Projekte?
Bricks hat eine aktive, aber kleinere Community. Die Facebook-Gruppe zählt über 19.000 Mitglieder, das Forum ist technisch präzise. Die Update-Geschwindigkeit ist hoch – mit Vor- und Nachteilen:
- Pro: Schnelle Bugfixes, neue Features wie Loop Builder oder Query Editor
- Contra: Risiko von Breaking Changes, z.B. bei Major Updates
Die Plugin-Landschaft wächst, ist aber (noch) überschaubar. Wichtigste Add-ons: BricksExtras, Winden (Tailwind-Integration), Bricksforge. Wer langfristige Projekte plant, sollte auf stabile Versionen setzen und nicht jeder Beta folgen.
Gutenberg / Full Site Editing – Der native Weg mit WordPress
Was ist 2025 state-of-the-art mit Gutenberg und FSE möglich?
FSE hat sich 2025 etabliert. Mit Block-Themes wie Frost, Ollie oder Spectra lassen sich komplette Websites visuell zusammenbauen. Highlights:
- Template-Editor im Core: Header, Footer, Archive etc. anpassbar
- Global Styles via theme.json: Einheitliches Design ohne Customizer
- Pattern Management: Wiederverwendbare Layout-Blöcke
Third-Party-Builder sind nicht zwingend nötig – aber das Setup erfordert Know-how rund um Templates, Hierarchie und Theme-Struktur.
Performance, Wartbarkeit und Zukunftssicherheit: Wo Gutenberg glänzt – und wo nicht
Gutenberg ist der leichteste Weg zu schnellen Seiten:
- Native Integration: Kein zusätzlicher Code-Layer
- Minimale Abhängigkeiten: Themes & Blöcke statt Add-ons
- Zukunftssicher: Teil des WordPress Core
Schwächen zeigen sich bei komplexen Seitenlogiken oder wenn Kunden individuelle Anforderungen haben. Auch das Styling über theme.json ist nicht immer intuitiv.
Typische Stolperfallen bei FSE-Projekten: Theme-Kompatibilität, Patterns, Third-Party-Support
Häufige Probleme im FSE-Alltag:
- Theme-Inkompatibilität: Viele Block-Themes fehlen noch Features oder sind schlecht dokumentiert
- Fehlende UI-Features: Kein klassischer Visual-Style-Editor
- Third-Party Blöcke: Uneinheitliche Qualität und teils veraltete Projektpflege
Agenturen müssen daher stärker kuratieren und ggf. eigene Starter-Themes entwickeln.
Entwicklerfreundlichkeit: Block-Themes, eigene Blöcke, Customizer-Ersatz – Für wen lohnt sich FSE wirklich?
FSE ist prädestiniert für technisch versierte Teams mit eigenem Dev-Setup. Vorteile:
- Eigene Blöcke mit React/JS via Block API
- Theme.json: Zentrale Steuerung von Design-Tokens
- Kein Lock-in: Alles bleibt im Core-Ökosystem
Für Agenturen mit Frontend-Know-how ist FSE ideal – für reine Designer ohne Coding-Hintergrund weniger.
Direktvergleich: Elementor vs. Bricks vs. Gutenberg
Täglicher Workflow im Vergleich: Von Setup bis Livegang
- Elementor: Schnell eingerichtet, ideal für schnelle MVPs oder Kundenprojekte mit visueller Abstimmung
- Bricks: Mittlerer Setup-Aufwand, technisch klar strukturiert, ideal für modulare Systeme
- Gutenberg: Höchster Initialaufwand, aber sehr wartungsarm und Core-kompatibel
SEO, Ladezeiten & Barrierefreiheit – Wer performt am besten?
- SEO: Gutenberg gewinnt durch semantisch sauberen HTML-Ausgabe
- Ladezeiten: Bricks knapp vor Gutenberg, Elementor auf Platz 3
- Barrierefreiheit: Gutenberg (Core-Standards), Bricks mit guter Basis, Elementor abhängig von Add-ons
Skalierbarkeit & Wartung: Welcher Builder eignet sich für große Websites?
Für große Websites mit vielen Templates, Custom Post Types und Rollenstrukturen ist Bricks derzeit die flexibelste Lösung. Gutenberg eignet sich nur bei hoher Entwicklungsbereitschaft. Elementor ist wartbar, aber ab einer gewissen Komplexität schwer optimierbar.
Kostenvergleich: Lizenzen, Hosting-Anforderungen und Time-to-Market
- Elementor: Geringe Einstiegskosten, auf Dauer teuer durch Add-ons
- Bricks: Lifetime-Lizenz (ca. 149 USD), günstiger auf lange Sicht
- Gutenberg: Keine Lizenzkosten, aber potenzieller Mehraufwand bei Entwicklung
Entscheidungsgrundlagen für Agenturen & Profis
Wann welcher Builder die beste Wahl ist – typische Use Cases
- Elementor: Kleinere Websites, visuell orientierte Kunden, MVPs
- Bricks: Komplexe Projekte mit CPTs, Mitgliederbereiche, Custom-Logik
- Gutenberg: Core-nah, performancekritisch, langfristige Plattform-Strategien
Fragen zur Selbstanalyse: Projektumfang, Teamstruktur, Kundenanforderungen
- Wie technikaffin ist dein Team?
- Brauchst du viele Custom-Logiken?
- Wie wichtig sind Time-to-Market und UI?
- Bietet dein Hosting gute Performance-Grundlagen?
Diese Fragen helfen, das passende Setup zu wählen.
Zukunftsfähigkeit & Roadmaps: Wer investiert wohin?
- Elementor: Fokus auf AI, Design-Systeme, E-Commerce
- Bricks: Entwicklerzentriert, API-Ausbau, Tailwind & Headless-Optionen
- Gutenberg: Langfristiger Core-Ausbau, Fokus auf Accessibility und Stabilität
Alle drei Tools sind aktiv in Entwicklung – die Wahl ist eine Frage der Strategie, nicht der Features allein.
Fazit – Klare Kriterien statt Hype: Unser Fazit für 2025 und Handlungsempfehlung
Für 2025 gilt: Wähle nicht den lautesten Builder, sondern den passendsten. Elementor glänzt mit breiter Unterstützung, Bricks überzeugt technisch, Gutenberg bleibt das Core-fokussierte Fundament. Kenne deine Anforderungen – dann fällt die Wahl leicht. Für Agenturen mit Skalierungszielen empfehlen wir Bricks, für Core-orientierte Projekte Gutenberg, für schnelle Visual-Projekte Elementor.

