Ist WordPress wirklich kostenlos? Die Wahrheit über .org vs. .com, Hosting & Plugin-Kosten
Du hast gehört, dass WordPress kostenlos ist und überlegst, deine eigene Website zu erstellen? Die kurze Antwort lautet: Ja und Nein. WordPress selbst ist tatsächlich kostenlos, aber eine funktionsfähige Website kostet dich trotzdem Geld. In diesem ausführlichen Guide erfährst du genau, was WordPress wirklich kostenlos bedeutet, wo versteckte Kosten lauern und mit welchem Budget du rechnen solltest.
WordPress.org vs. WordPress.com: Der wichtigste Unterschied
Bevor wir über Kosten sprechen, müssen wir einen fundamentalen Unterschied klären: Es gibt zwei verschiedene Versionen von WordPress, und das verwirrt viele Einsteiger.
WordPress.org – Die selbstgehostete Version
WordPress.org bietet dir die kostenlose Open-Source-Software WordPress zum Download an. Diese Software ist zu 100 Prozent kostenlos und wird es auch bleiben. Du kannst sie herunterladen, beliebig anpassen und auf deinem eigenen Webserver installieren.
Das bedeutet konkret:
- Die WordPress-Software kostet keinen Cent
- Du hast vollständige Kontrolle über deine Website
- Du kannst jedes Theme und jedes Plugin installieren
- Du kannst die Website komplett individualisieren
- Es gibt keine Einschränkungen bei der Monetarisierung
Aber Achtung: Kostenlose Software bedeutet nicht kostenlose Website. Du brauchst nämlich einen Ort, wo diese Software laufen kann – und das ist dein Webhosting.
WordPress.com – Die gehostete Plattform
WordPress.com ist ein kommerzieller Hosting-Service der Firma Automattic. Hier bekommst du WordPress inklusive Hosting aus einer Hand. Es gibt einen kostenlosen Plan, aber der ist extrem eingeschränkt:
- Deine Domain endet auf .wordpress.com (z.B. meineseite.wordpress.com)
- WordPress-Werbung wird auf deiner Seite angezeigt
- Du kannst keine eigenen Plugins installieren
- Die Theme-Auswahl ist begrenzt
- Kein Zugriff auf den Code oder die Datenbank
Um eine professionelle Website zu betreiben, musst du bei WordPress.com auf einen kostenpflichtigen Plan upgraden. Diese kosten zwischen 4 und 45 Euro pro Monat – und selbst dann hast du nicht die Freiheiten von WordPress.org.
Fazit: Wenn du WordPress wirklich kostenlos nutzen willst und maximale Kontrolle haben möchtest, brauchst du WordPress.org. Dieser Artikel konzentriert sich ab jetzt auf diese selbstgehostete Version.
Was ist bei WordPress wirklich kostenlos?
Lass uns konkret werden. Diese Dinge sind bei WordPress.org tatsächlich dauerhaft kostenlos:
1. Die WordPress-Software
Das Content-Management-System selbst kostet nichts. Du kannst es auf WordPress.org herunterladen und beliebig oft installieren. Es gibt keine Lizenzgebühren, keine versteckten Kosten und keine Einschränkungen.
2. Tausende kostenlose Themes
Im offiziellen WordPress-Theme-Verzeichnis findest du über 10.000 kostenlose Themes. Diese sind geprüft, sicher und funktionieren einwandfrei. Für viele Projekte reicht ein kostenloses Theme völlig aus.
3. Über 60.000 kostenlose Plugins
Das WordPress-Plugin-Verzeichnis bietet dir mehr als 60.000 kostenlose Erweiterungen. Ob Kontaktformular, SEO-Optimierung, Backup-Lösung oder Social-Media-Integration – für fast jede Funktion gibt es ein kostenloses Plugin.
4. Regelmäßige Updates
WordPress wird ständig weiterentwickelt. Sicherheitsupdates und neue Features bekommst du komplett kostenlos. Das gilt auch für die meisten kostenlosen Themes und Plugins.
5. Community-Support
In WordPress-Foren, Facebook-Gruppen und auf YouTube findest du unzählige kostenlose Tutorials und Hilfestellungen. Die WordPress-Community ist riesig und hilfsbereit.
Welche Kosten fallen bei WordPress wirklich an?
Jetzt kommen wir zum Kern der Sache. Eine funktionierende WordPress-Website verursacht folgende Kosten:
1. Webhosting (unvermeidbar)
Ohne Hosting läuft keine Website. Dein Hosting ist der Server, auf dem deine WordPress-Installation liegt und von wo aus deine Website ausgeliefert wird.
Kosten: 3 bis 30 Euro pro Monat (je nach Anbieter und Paket)
Für Einsteiger reicht ein Shared-Hosting-Paket für 5 bis 10 Euro monatlich völlig aus. Bekannte deutsche Anbieter sind ALL-INKL, IONOS, Hostinger oder Hetzner.
Bei der Hosting-Wahl solltest du achten auf:
- Ausreichend Speicherplatz (mindestens 10 GB)
- SSL-Zertifikat inklusive (für https://)
- Gute Performance und Ladezeiten
- Deutscher Support bei deutschsprachigen Anbietern
- Einfache WordPress-Installation (1-Click-Install)
2. Domain (fast unvermeidbar)
Deine Domain ist deine Webadresse, zum Beispiel www.deine-website.de. Technisch könntest du WordPress ohne eigene Domain betreiben, aber das ist nicht professionell.
Kosten: 0,50 bis 15 Euro pro Jahr (je nach Domain-Endung)
Eine .de-Domain kostet etwa 0,50 bis 1 Euro pro Monat. Viele Hosting-Anbieter inkludieren im ersten Jahr eine Domain kostenlos.
3. SSL-Zertifikat (meist kostenlos inklusive)
Ein SSL-Zertifikat verschlüsselt die Verbindung zu deiner Website und ist heute absoluter Standard. Ohne SSL zeigen Browser Warnungen an.
Kosten: 0 Euro (bei den meisten Hostern inklusive via Let’s Encrypt)
Früher kosteten SSL-Zertifikate extra Geld. Heute bieten praktisch alle Hoster kostenlose SSL-Zertifikate an. Achte darauf, dass dein Hosting-Paket das beinhaltet.
4. Premium-Themes (optional)
Während kostenlose Themes oft ausreichen, bieten Premium-Themes mehr Design-Optionen, besseren Support und zusätzliche Features.
Kosten: 30 bis 200 Euro (Einmalzahlung oder jährliches Abo)
Beliebte Theme-Marktplätze sind ThemeForest, Elegant Themes oder StudioPress. Premium-Themes lohnen sich besonders für Business-Websites, Online-Shops oder wenn du ein sehr spezifisches Design brauchst.
5. Premium-Plugins (optional, aber oft nötig)
Viele Funktionen bekommst du kostenlos, aber für professionelle Features brauchst du manchmal Premium-Plugins.
Kosten: 20 bis 300 Euro pro Plugin und Jahr
Typische Premium-Plugins sind:
- Page Builder wie Elementor Pro (49 bis 199 Euro/Jahr)
- SEO-Tools wie Rank Math Pro oder SEOPress (59 bis 199 Euro/Jahr)
- Backup-Lösungen wie UpdraftPlus Premium (70 Euro/Jahr)
- E-Commerce-Erweiterungen für WooCommerce (variable Kosten)
- Mitgliederbereich-Plugins wie MemberPress (179 bis 499 Euro/Jahr)
Die Realität: Für eine professionelle Website investierst du wahrscheinlich in 2 bis 5 Premium-Plugins.
6. Wartung und Sicherheit (optional, aber empfohlen)
WordPress, Themes und Plugins müssen regelmäßig aktualisiert werden. Backups sollten automatisch erstellt werden. Das kannst du selbst machen oder auslagern.
Kosten: 0 bis 100 Euro pro Monat
Wenn du technisch versiert bist, kannst du die Wartung selbst übernehmen. Ansonsten gibt es professionelle WordPress-Wartungsdienste, die dir diese Arbeit abnehmen – inklusive Sicherheits-Monitoring, Updates und regelmäßigen Backups.
Was kostet eine WordPress-Website insgesamt?
Lass uns drei realistische Szenarien durchrechnen:
|
Kostenposition |
Minimal-Setup |
Standard-Website |
Professionelle Website |
|---|---|---|---|
|
WordPress-Software |
0 € |
0 € |
0 € |
|
Webhosting |
60 € / Jahr |
100 € / Jahr |
200 € / Jahr |
|
Domain |
10 € / Jahr |
10 € / Jahr |
10 € / Jahr |
|
Theme |
0 € (kostenlos) |
60 € (einmalig) |
89 € / Jahr |
|
Plugins |
0 € (kostenlos) |
100 € / Jahr |
400 € / Jahr |
|
Wartung |
0 € (selbst) |
0 € (selbst) |
600 € / Jahr |
|
Gesamt im 1. Jahr |
70 € |
270 € |
1.299 € |
|
Gesamt ab 2. Jahr |
70 € / Jahr |
210 € / Jahr |
1.210 € / Jahr |
Minimal-Setup: Für Hobby-Projekte und Tester
Mit 70 Euro pro Jahr kannst du eine einfache WordPress-Website betreiben. Du nutzt ausschließlich kostenlose Themes und Plugins und kümmerst dich selbst um Wartung und Updates. Perfekt für private Blogs, Test-Projekte oder zum Lernen.
Standard-Website: Für kleine Unternehmen und Selbstständige
Für etwa 270 Euro im ersten Jahr und 210 Euro danach bekommst du eine solide Website mit besserem Hosting, einem Premium-Theme und einigen nützlichen Premium-Plugins. Das ist die typische Investition für Selbstständige, Freiberufler oder kleine Unternehmen.
Professionelle Website: Für Unternehmen und Online-Shops
Eine professionelle WordPress-Präsenz kostet etwa 1.300 Euro im ersten Jahr und 1.200 Euro jährlich danach. Du bekommst schnelles Hosting, Premium-Tools und professionelle Wartung. Ideal für Unternehmen, E-Commerce-Shops oder umfangreiche Content-Projekte.
Versteckte Kosten bei WordPress: Worauf du achten solltest
Manche Kosten tauchen erst später auf. Hier sind typische Kostenfallen:
Automatische Verlängerungen bei Plugins
Viele Premium-Plugins verlängern sich automatisch jährlich. Wenn du mehrere Plugins nutzt, können sich diese Kosten summieren. Prüfe regelmäßig, welche Abos du wirklich noch brauchst.
Zusatzkosten bei Themes
Manche Premium-Themes benötigen zusätzliche Plugins für volle Funktionalität. Diese kosten dann extra. Achte darauf, was im Theme-Preis wirklich enthalten ist.
Website-Umzug und Migrations-Services
Wenn du den Hoster wechseln willst, kann ein professioneller Umzug 50 bis 200 Euro kosten. Viele Hoster bieten aber einen kostenlosen Umzugsservice an.
Entwicklerkosten für Anpassungen
Möchtest du spezielle Funktionen oder Designs, die über Standard-Plugins hinausgehen, brauchst du einen Entwickler. Stundensätze liegen zwischen 50 und 150 Euro.
So sparst du Geld bei deiner WordPress-Website
WordPress muss nicht teuer sein. Mit diesen Tipps hältst du die Kosten im Griff:
1. Starte mit kostenlosen Tools
Beginne mit einem kostenlosen Theme und kostenlosen Plugins. Upgrade nur dann auf Premium-Versionen, wenn du die zusätzlichen Features wirklich brauchst.
2. Nutze Bundles und Lifetime-Deals
Plattformen wie AppSumo oder StackSocial bieten regelmäßig WordPress-Plugins und -Themes als Lifetime-Deals an. Statt jährlicher Zahlungen bezahlst du einmalig.
3. Wähle den richtigen Hoster
Vergleiche Hosting-Anbieter gründlich. Achte nicht nur auf den Preis, sondern auch auf Performance, Support und enthaltene Features wie SSL-Zertifikate und automatische Backups.
4. Lerne die Basics selbst
Die meisten WordPress-Aufgaben kannst du mit etwas Einarbeitung selbst erledigen. YouTube-Tutorials und die WordPress-Hilfe bringen dich schnell weiter. So sparst du Entwicklerkosten.
5. Investiere nur in Features, die du nutzt
Nicht jede Website braucht einen teuren Page Builder oder dutzende Premium-Plugins. Überlege genau, welche Funktionen du wirklich brauchst.
6. Setze auf regelmäßige Wartung
Vernachlässigte Websites werden langsam, unsicher und kosten langfristig mehr. Eine regelmäßige WordPress-Wartung verhindert teure Notfall-Reparaturen.
Wann lohnt sich WordPress wirklich?
Trotz laufender Kosten ist WordPress für die meisten Website-Projekte die beste Wahl. Es lohnt sich besonders, wenn:
- Du volle Kontrolle über Design und Funktionen willst
- Du planst, deine Website langfristig auszubauen
- Du eine professionelle Online-Präsenz brauchst
- Du Wert auf SEO-Optimierung legst
- Du einen Blog, Online-Shop oder Mitgliederbereich aufbauen willst
WordPress skaliert mit deinem Projekt. Du startest günstig und investierst mehr, wenn deine Anforderungen wachsen.
Fazit: Ist WordPress wirklich kostenlos?
Die WordPress-Software ist kostenlos, aber eine funktionierende Website kostet Geld. Die Mindestinvestition liegt bei etwa 70 Euro pro Jahr für Hosting und Domain. Für eine professionelle Website solltest du mit 200 bis 1.300 Euro jährlich rechnen.
Die gute Nachricht: Diese Kosten sind transparent und planbar. Im Vergleich zu geschlossenen Plattformen oder individuell programmieren Websites ist WordPress extrem kostengünstig. Du bezahlst nur für das, was du wirklich brauchst, und behältst die volle Kontrolle.
Wichtig ist, dass du realistisch planst. WordPress selbst kostet nichts, aber Hosting, Domain und eventuell Premium-Erweiterungen schon. Mit einem Budget von 20 bis 30 Euro monatlich kannst du eine sehr gute WordPress-Website betreiben.
Du brauchst Unterstützung bei deiner WordPress-Website?
Ob technische Fragen, Wartung oder individuelle Anpassungen – wir helfen dir gerne weiter. Nimm jetzt Kontakt auf und lass uns gemeinsam dein WordPress-Projekt verwirklichen.

